Der weite Raum der Zeit

Der weite Raum der Zeit

Das Wintermärchen neu erzählt von
JEANETTE WINTERSON

Blinde Eifersucht und zerstörerischer Zorn –
doch die Zeit heilt alle Wunden

Der Londoner Investmentbanker Leo verdächtigt seine schwangere Frau MiMi, ihn mit seinem Jugendfreund Xeno zu betrügen. In rasender Eifersucht und blind gegenüber allen gegenteiligen Beweisen verstößt er MiMi und seine neugeborene Tochter Perdita. Durch einen glücklichen Zufall findet der Barpianist Shep das Baby und nimmt es mit nach Hause. Jahre später verliebt sich das Mädchen in einen jungen Mann – Xenos einzigen Sohn. Zusammen machen sie sich auf, das Geheimnis ihrer Herkunft zu lösen und alte Wunden zu heilen, damit der Bann der Vergangenheit endlich gebrochen wird.

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Seltsames habe ich heute Nacht gesehen. Ich war auf dem Heimweg, die Nacht heiß und schwül, wie immer um diese Jahreszeit, so heiß und so schwül, dass die Haut glänzt und kein Hemd trocken bleibt. Ich hatte Klavier gespielt in der Bar, und weil keiner gehen wollte, war ich später dran, als mir eigentlich lieb ist. Mein Sohn hatte gesagt, er würde mit dem Auto vorbeikommen. Doch er kam nicht.

Ich war auf dem Heimweg, so um zwei Uhr, mit einer kalten Flasche Bier, die langsam warm wurde in meiner Hand. Trinken ist auf der Straße verboten, ich weiß, aber zum Teufel damit, wenn man neun Stunden am Stück gearbeitet hat …

Über Jeanette Winterson

Autor

Jeanette Winterson, geboren 1959, hat bereits zahlreiche Romane sowie Sach- und Kinderbücher veröffentlicht. Sie gilt als eine der profiliertesten Autorinnen und Feministinnen Großbritanniens. Sie wuchs in Manchester auf, wo ihre Adoptiveltern der Pfingstbewegung angehörten und sie streng erzogen. Über diese Erfahrung schrieb Winterson in ihrem ersten Roman Orangen sind nicht die einzige Frucht und 27 Jahre später in Warum glücklich statt einfach nur normal?. Beide Bücher wurden zu Bestsellern.

Shakespeares Das Wintermärchen erzählt die Geschichte des Findelkindes Perdita. Wir alle haben Texte, die wir wie Glücksbringer in uns tragen und die uns tragen. Seit Jahren kreist meine Arbeit immer wieder um dieses Stück. Nun erzählt Winterson ihre eigene Version von Shakespeares Klassiker.